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Abendgedanken am Gartenteich

Ein bisschen Muße am Gartenteich nach einem langen Arbeitstag am Computer suche ich an diesem lauen Juliabend. Der Teich, nur für mich, die Ruhe, die glänzend grünen Grüntöne der Seerosenblätter, die hellgrünen, aufstrebenden dreilappigen Blätter des vorwitzigen Fieberklees sind eine Wohltat für Augen und Seele. Einige Algen sehen wie grüne luftig Wolken aus und ich fische sie aus den freien Wasserflächen. Wie weich sie sich auf der Hand anfühlen.

Versunken in Gedanken an den vergangenen Tag, kratze ich vom Uferboden noch ein bisschen Mulm zusammen und hole ihn heraus. Ich entdecke an  Ahornblätter, die im Verrottungsprozess sind, wunderschön leuchtende lila Farbtöne. Beim genaueren Hinsehen entdecke ich einige klitzekleine Molche aus dem Modder kriechen. Vorsichtig packe ich den Modder mit den Händen in einen Korb mit siebartigen Löchern und stelle ihn ans Ufer.  Ich hoffe, dass die jungen Molche und andere Tierchen, die ich nicht sehen, nur ahnen kann, ihren Weg zurück ins Wasser finden.

Langsam schließen die Seerosen ihre Blüten, nur eine ist noch halboffen. Es ist ein bisschen wie bei den Menschen, die einen werden früher müde als die anderen und  schlafen ein.Eine letzte Libelle sucht noch einen Gutenachtnektar in den weißen, in der Dämmerung noch gut zu sehenden Blüten der Palmlilie. Es wird immer dunkler, die Sonne versinkt hinter dem Haus der Nachbarn. Neben den verblassenden Blautönen leuchten nur noch die weißen Blüten zum Abschiednehmen vom Tag. 

Nein, nicht ganz, jetzt beginnen die hellgelb leuchtenden Nachtkerzen im Hintergrund sich zu öffnen. Jedes Jahr ist es von Neuem faszinierend wie eine Blüte nach der anderen sich ganz, ganz langsam bewegt und dann, plop, plop, plop, sich zügig öffnen.

Still ziehen Kreise auf der Wasseroberfläche des Teiches, sich spiegelnd im dunklen Schatten des Apfelbaumes und der Wolken, das ruhige Werk der Wasserläufer.

Ein laues Lüftchen bringt einen Hauch von Rosenduft zur Guten Nacht.

(Beitrag von Friederike Freitag)

 

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