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Gärten für Senioren

Es gibt verschiedene Gründe, die mit zunehmendem Alter Veränderungen  im Garten wünschenswert machen.

Oft resultiert der  Wunsch nach einer Um- oder Neugestaltung aus den veränderten Lebens- und Familienverhältnissen. So sind die Kinder aus dem Haus, Sandkasten und Kletterturm sind überflüssig geworden und können dem Teich Platz machen, von dem man schon immer geträumt hat.

Aber auch gesundheitliche Gründe können eine Rolle spielen. Damit der Garten nicht zunehmend zu einer Belastung wird, ist es sinnvoll, frühzeitig über Veränderungen nachzudenken. Dabei sind größere bauliche Maßnahmen meist gar nicht notwendig. Oft reichen kleinere Änderungen bereits aus, damit man noch lange Freude mit und in dem eigenen Garten hat. 

Ein paar Vorschläge für Änderungen, die das Leben im Garten erleichtern habe ich hier zusammengestellt. Allerdings lohnt sich in jedem Fall eine Gartenberatung oder Gartenplanung, um ein individuell auf den eigenen Garten abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

Bepflanzen und Jäten der Beete

Besser als dauerndes Unkraut jäten ist die Bepflanzung der Beete mit Arten, die sich an dem Standort wohl fühlen und daher ohne viel zu tun gut gedeihen. Statt wenig Pflanzen sollten die Pflanzen wenn sie ausgewachsen sind die Beete vollständig ausfüllen. Bodendecker, Stauden und Gräser füllen den Raum aus und ersetzen die Arbeit des Hackens und Harkens ab. Durch die geschlossene Pflanzendecke hat das unerwünschte Kraut keine Chance zu wachen. Gut ist es auch, die Beete mit Rindenmulch oder Kies zu mulchen (Kiesmulch bitte nicht mit Schottergarten verwechseln). Zum einen wird auch auf diese Weise das Unkraut am Wachsen gehindert, zum anderen hält sich die Feuchtigkeit länger unter der Mulchschicht. Hierdurch kann dann wiederum das Gießen minimiert werden.

Wieviel Arbeit ein Beet macht ist natürlich auch immer eine Frage des eigenen Anspruchs. Hier sorgt eine gewisse Lässigkeit gegenüber penibler Akkuratesse auch dafür, dass die Pflege der Beete weniger arbeitsaufwendig wird. Jahreszeitliche Wechselbepflanzung macht beispielsweise mehr Arbeit, als eine dauerhafte Bepflanzung, z.B. mit winterharten Stauden oder auch kleinen Sträuchern.

Hochbeete

Ein schöner Garten ohne Pflanzen ist eigentlich nicht vorstellbar. Aber diese müssen ja nicht unbedingt auf Bodenhöhe wachsen. Sehr viel einfacher und rückenschonender lassen sich Hochbeete bearbeiten. Und durch den speziellen Aufbau der Substrate im Inneren der Hochbeete wie Strauchschnitt, Erde etc. wachen die meisten Pflanzen hier auch sehr gern und gut. Schnecken findet man im Hochbeet auch eher selten, da das „Erklimmen“ der steilen Wände mit oft unebenen Oberflächen für sie schwierig ist. Hochbeete sind außerdem ein gutes Gestaltungsmittel, um den Gartentraum zu gliedern und in Kombination mit Rankgerüsten auch Sichtschutz zu schaffen. Hochbeete müssen auch nicht nur für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden, Blumen, sowie einige Gräser und Stauden fühlen sich dort auch wohl.

Gießen und Bewässern

Kübel und Topfpflanzen müssen sehr intensiv gewässert werden. Selbst bei Regen gelangt in der Regel nicht genügend Gießwasser in die Pflanzgefäße. Möchte man trotzdem nicht darauf verzichten, gibt es im Fachhandel sehr gute und vielfältige Bewässerungssysteme, die die Arbeit des Gießens abnehmen. Ein System um den ganzen Garten möglichst einfach bewässern zu können ist beispielsweise die Installation von Wassersteckdosen. Durch ein unterirdisch verlegtes Leitungsnetz werden diese Steckdosen mit Wasser versorgt und der Schlauch kann an Ort und Stelle angeschlossen werden. Das Schleppen von schweren Gießkannen entfällt. Ist eine Zisterne im Garten vorhanden kann auf diese direkt eine Wasserzapfsäule gesetzt und ein Schlauch angeschlossen werden. Beete und Pflanzflächen, die an eine befestigte Fläche grenzen, werden bei entsprechendem Gefälle mit dem abfließenden Regenwasser versorgt. Da es durch die Klimaänderung auch bei uns immer trockener wird, kann das Gießen auch durch das Pflanzen von Arten, die gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen verringert werden.

Pflanzen, die viel gegossen werden sind auch ein bisschen verwöhnt. Sie bilden oberflächennahe Wurzeln aus, um schnell an das Gießwasser zu gelangen. Gießt man dann einmal nicht, leiden diese Pflanzen dann umso mehr unter Trockenstress.

Gartenwege

Die Wege, die oft gegangen werden sollten in ausreichendem Maß, ohne Stolperfallen und gut begehbar befestigt sein. Beläge wie Platten oder Pflastersteine, die in die Jahre gekommen sind und sich gehoben oder gesenkt haben, sollten ausgetauscht werden. Hier bietet sich beispielsweise das sogenannte Ökopflaster an. Es unterscheidet sich in der Optik und in der Funktionalität nicht von anderem Betonpflaster. Und nein, „Öko“ bedeutet nicht, dass jedes Kraut ungehindert auf den Wegen wachsen kann. Aber das Regenwasser kann durch dieses spezielle Pflaster versickern und wird wieder dem Grundwasser zugeführt. Das bedeutet aber auch gleichermaßen, dass diese Wege nicht so schnell rutschig werden, da keine Pfützen entstehen können. Generell sollte rutschfestes Material verwendet werden. Kies oder Mulchwege bieten sich zumindest auf den Hauptwegen nicht an. Oft werden Wege im Garten auch als Stilmittel eingesetzt und längere Wege z.B. durch eine geschwungene Wegeführung gern in Kauf genommen. Wenn man älter wird sollten die Wege aber wenn möglich auf dem kürzesten Weg von A nach B führen.

Treppen

In einem Garten mit Höhenunterschieden lassen sich Treppen nicht vermeiden. Diese sollten aber eine ausreichende Stufenbreite, den Auftritt, sowie eine maximale Stufenhöhe von 15 cm haben. Sehr hilfreich ist auch ein Handlauf. Dieser macht bereits ab drei Stufen Sinn. Bei längeren Treppenläufen sollten immer wieder Podeste eingeplant werden, auf denen man ausruhen kann. Eine Alternative zu Treppen sind Rampen, die aber nicht mehr als 6% Gefälle haben sollten. Das bedeutet, dass die Rampe auf einem Meter Länge lediglich 6 cm steigen darf. Rampen nehmen daher sehr viel mehr Platz in Anspruch als Treppen, sind aber auch mit Rollstühlen, Rollatoren oder auch Rasenmähern und Schubkarren gut zu nutzen. Ein Handlauf sollte auch bei einer Rampe vorgesehen werden.

Bäume und Sträucher

Bäume und Sträucher sind aus einem Garten nicht wegzudenken. Sie geben dem Garten Struktur und bringen durch ihre Höhe die dritte Dimension ins Spiel. Sie spenden Schatten, liefern Früchte, bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Heimat. Sie lassen uns den Lauf der Jahreszeiten hautnah miterleben. Im Sommer schützt das Laub vor Sonne, im Winter und Frühling lassen die unbelaubten Bäume das rare Sonnenlicht in den Garten und die Frühjahrsblüher wachsen und blühen. Über das Herbstlaub freuen sich Sträucher und Beete, die zusätzliche Mulchschicht bietet Schutz in der kalten Jahreszeit. Statt einer Hecke, die durch Schnitt immer wieder in die richtige Form gebracht werden muss können Blühsträucher, eventuell in Kombination mit Immergrünen, gepflanzt werden. Oder ein schön begrünter Sichtschutzzaun schützt statt der Hecke künftig vor Blicken.

Aber gerade Laubgehölze machen natürlich auch Arbeit. Wer große, alte Obstbäume in seinem Garten hat, weiß oft nicht, wie er die Ernte bewältigen soll. Falls man selber die Erntemengen nicht verbrauchen oder verarbeiten kann, besteht die Möglichkeit, dass geerntete Obst zu verschenken. Falls das nähere Umfeld wie Freunde, Nachbarn usw. schon ausreichend versorgt sind, findet man im Internet schnell weitere Interessenten. Falls man das Obst sonst an Selbstpflücker verschenken möchte, sollte man sich aber im Klaren sein, dass man unter Umständen haftet, wenn es dabei zu einem Unfall kommt. Daher lieber vorher bei der eigenen Haftpflichtversicherung nachfragen. Bei Neupflanzungen sollten kleine, leicht erreichbare Sorten gewählt werden. Die Auswahl an kleinwüchsigen Sorten wie Spindel-, Säulen oder Ballerina-Formen, ist mittlerweile riesengroß.

Beleuchtung

Da das Sehvermögen in der Regel im Alter etwas nachlässt ist eine gute Beleuchtung im Garten in diesem Lebensabschnitt noch wichtiger als sonst. Alle markanten Punkte und Wege sollten ausreichen und blendfrei beleuchtet sein. Möchte man das Licht nicht die ganze Nacht brennen lassen empfehlen sich Bewegungsmelder, die gut platziert im richtigen Moment angehen, ohne zu blenden. Unterbauleisten für Stufen sorgen auch im Dunkeln dafür, dass diese nicht zu Stolperfallen werden. Möchte man ganz sicher sein, den richtigen Weg zu finden, können Lichtbänder oder LED-Pflastersteine entlang des Weges hilfreich sein. Darüber hinaus kann die richtige Beleuchtung und Illumination einzelner Bereiche oder Pflanzen den Garten im Dunkeln zu einem sehr stimmungsvollen Ort machen.

Hilfsmittel für die Gartenarbeit

Die Gartenarbeit lässt sich auch erleichtern, wenn man sich der vielen Hilfsmittel bedient, die es mittlerweile gibt. Angefangen beim Kniekissen über den Rollhocker mit integriertem Werkzeugkasten über ergonomisch geformte, rückenschonende Gartengeräte und längenverstellbaren Gerätestielen bis hin zu leichten Bollerwagen und hohen Tischbeeten: Es lohnt sich, das Neue einmal auszuprobieren. Ich hatte ein echtes Aha-Erlebnis, als ich erstmalig einen Apfelroller ausprobiert habe. Zunächst war ich da sehr skeptisch und jetzt kann ich mir dieses geniale Gartengerät nicht mehr wegdenken.

Plätze zum Pausieren

Jeder Gärtner freut sich immer über ein Plätzchen, an dem er kurz verweilen und sich von der Arbeit ausruhen kann. Im Alter steigt das Bedürfnis nach Pausen bei der Arbeit. Hierfür bietet es sich an, verschiedene Sitzmöglichkeiten über den ganzen Garten zu verteilen. Und wenn es manchmal fraglich erscheint, ob diese oder jene Sitzgelegenheit jetzt nun wirklich ihre Daseinsberechtigung hat, weil man diese ja doch nicht so oft nutzt: Eine schöne Gartenbank, eine gemütliche Sitzgruppe oder eine bequeme Liege sind auch sehr dekorativ und verleihen dem Garten Flair und Gemütlichkeit.

(Beitrag von Karen Wallbrecht)

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